Beitrag vom , verfasst von Redaktion

Zinsverluste erreichen neuen Rekord!

Nullzinsen sind seit langem Realität. Doch neuerdings kommt auch noch eine relativ hohe Inflationsrate hinzu. Das führt dazu, dass jeder Österreicher im ersten Halbjahr im Schnitt 205 Euro verloren hat. Besserung ist kaum absehbar.

Das Geld wird nicht weniger. Aber es schwindet dennoch. Diese Erfahrung machen die Europäer seit Jahren, seit die Europäische Zentralbank die Zinsen auf beziehungsweise unter Null gesenkt hat und das Geld auf Spar- und Tagesgeldkonten praktisch unverzinst liegt. Der Betrag darauf bleibt zwar erhalten, wird aber von der Inflation nach und nach verzehrt.

Neuerdings hat diese Wertvernichtung jedoch eine neue Dimension angenommen. Denn einerseits ist die durchschnittliche Verzinsung, die Tagesgeldsparer bekommen, zuletzt noch weiter gesunken, andererseits hat die Inflation deutlich zugelegt. Dadurch erreichen die realen Verluste den höchsten jemals gemessenen WertNoch schlimmer wird das Ganze dadurch, dass kein Ende der Durststrecke abzusehen ist und es nur wenige Auswege gibt.

 

Gerade mal 0,02% beträgt der durchschnittliche Zinssatz für täglich fällige Einlagen nach Angaben der EZB derzeit noch. Und das ist auch kein österreichisches Phänomen – in der gesamten Euro-Zone gibt es nur hier und da unwesentlich mehr. In Griechenland ist es noch am meisten – mit 0,09 Prozent.

Natürlich gibt es gerade für private Sparer nach wie vor Lockangebote. Manche Bank bietet zur Neukundengewinnung – oft zeitlich begrenzt – höhere Zinsen. Doch auch hier gab es in der Kurve zuletzt einen Knick nach unten. Nach Angaben von Check24 liegt das beste Angebot in Österreich derzeit nur noch bei 0,74 Prozent, im Mai waren es immerhin noch 0,95 Prozent, Anfang des Jahres gab es gelegentlich sogar noch 1,0 Prozent.

Was das nun in Euro und Cent bedeutet, hat die Comdirect zusammen mit Barkow Consulting ausgerechnet. Basierend auf der durchschnittlichen Inflationsrate und den durchschnittlichen Zinsen für Tagesgelder, Festgelder und Spareinlagen ergab sich dabei ein Betrag von 17 Milliarden Euro, den die Sparer aufgrund des negativen Realzinses im ersten Halbjahr dieses Jahres verloren haben.

Dieser Realzins – also Zins abzüglich Inflationsrate – ist so niedrig wie noch nie seit 2003, seit Comdirect diese Berechnungen anstellt. Der Verlust in den ersten sechs Monaten entspricht damit 205 Euro pro Bundesbürger, die allerdings natürlich unterschiedlich davon betroffen sind, je nachdem wie viel Geld sie auf der hohen Kante haben und wie sie es angelegt haben.

Allerdings haben die Niedrigzinsen die Österreicher bisher nicht zu einem Umdenken veranlasst. Das Volumen der Anlagen in Tagesgeld, Festgeld und Spareinlagen ist zuletzt gegenüber dem Vorjahr erneut um 4,1 Prozent gestiegen, obwohl damit Verluste sicher sind.

 

Denn fast alle Anlageexperten gehen davon aus, dass wir uns derzeit in der letzten Phase des Aufschwungs befinden. „Es gibt erste Anzeichen für einen Gipfel“, sagt beispielsweise Luca Paolini, Chefstratege des Schweizer Vermögensverwalters Pictet Asset Management. Das heißt zwar nicht, dass die Kurse nicht noch steigen können. Die Luft wird jedoch dünner, vor allem weil in den USA die Zinsen bereits steigen. Für zehnjährige US-Staatsanleihen gibt es beispielsweise inzwischen schon wieder fast drei Prozent Zinsen pro Jahr.

 

In Österreich beträgt die Inflation zwei Prozent

Die Spritpreise verteuerten sich im Juni um satte 14,3%. Ohne die höheren Treibstoffpreise hätte die Inflation bei 1,60% gelegen, so Daten der Statistik Austria. Mieten stiegen etwa um 3,6%, Haushaltsenergie verteuerte sich um 2,90%, wobei dafür vorallem die um 26,8% höheren Heizölpreise verantwortlich waren. Strom und Gas wurden hingegen billiger. Ausgaben für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke stiegen um durchschnittlich 2%. Milch, Käse, Eier, Öle und Fette stiegen sogar fast um 3%. Butter war mit einem Plus von 22,9% erneut der höchste Preistreiber.

Quelle: welt.de

In Österreich beträgt die Inflation zwei Prozent

  • Die Spritpreise verteuerten sich im Juni um satte 14,3%. Ohne die höheren Treibstoffpreise hätte die Inflation bei 1,60% gelegen, so Daten der Statistik Austria. 
  • Mieten stiegen etwa um 3,6%, Haushaltsenergie verteuerte sich um 2,90%, wobei dafür vorallem die um 26,8% höheren Heizölpreise verantwortlich waren. Strom und Gas wurden hingegen billiger.
  • Ausgaben für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke stiegen um durchschnittlich 2%. Milch, Käse, Eier, Öle und Fette stiegen sogar fast um 3%. Butter war mit einem Plus von 22,9% erneut der höchste Preistreiber. 
  • Der tägliche Einkauf wurde im Schnitt um 3,3% teurer, der Preis für den wöchentlichen Einkauf stieg um 5,5%
  • Im Jahresabstand günstiger wurden Städteflüge (minus 32,3%), Brillengläser (minus 13,8%), Mobiltelefongeräte (minus 11,4%) und Flugpauschalreisen (mius 4%).

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Quelle: Statistik Austria