Beitrag vom , verfasst von Redaktion

Österreicher sparen sich arm

Herr und Frau Österreicher zählen im internationalen Vergleich zu den fleißigsten, leider jedoch auch zu den am wenigsten erfolgreichen Sparern – meistens aus Angst vor dem Risiko.

 

In Österreich liegt die Sparquote (der Anteil der Sparsumme am Gesamteinkommen) bei 6,9% – im EU-Durchschnitt nur bei 3,8%.

 

Durchschnittliche jährliche Wachstumsrate des Geldvermögens (nach Abzug der Inflation) von 2010 bis 2014

Anteil des Geldvermögens, der auf Sparbüchern und Bankkonten liegt

Österreich

0,3%

49,3%

Deutschland

3,8%

40,9%

Finnland

4,2%

33,6%

Niederlande

5,4%

20,7%

 

Dieser Vergleicht veranschaulicht, was viele schon seit Jahren predigen – aus Angst vor „riskanteren“ Anlageformen verlieren die Sparer Geld! Wie viel konkret, sehen wir uns gleich an:

 

Spar- und Bankeinlagen in Österreich 232.000 Millionen Euro
Zinsertrag nach KESt im Jahr 2016
      510 Millionen Euro
Abzüglich Wertverlust durch Inflation – 1.390 Millionen Euro
= Jahresverlust 2016 aus Sparguthaben    – 881 Millionen Euro

                 

Das entspricht dem Wert von

4.400 Einfamilienhäusern

oder

51.850 Neuwagen (VW Golf)

oder

400.000 Sommer-Urlaubsreisen

 

 

Trendwende beim Sparen

Jahrzehntelang war der Bausparvertrag hierzulande der Klassiker unter den beliebtesten Spar- und Anlageformen. Was früher selbstverständlich war, ist heute anders: Wohneigentum und Grundstücke liegen jetzt auf dem ersten und zweiten Platz, erst danach folgen Bausparverträge und andere Sparprodukte.

Die Preise für Immobilien steigen heuer wieder: Im ersten Halbjahr haben die Angebotspreise auf Internetportalen spürbar angezogen – für neue Wohnungen wurde im Schnitt um 4,4 Prozent mehr verlangt als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, für neue Häuser um 4,7 Prozent mehr.

Wie üblich gab es im ersten Halbjahr 2016 vor allem in den Speckgürteln, aber auch in Salzburg, Vorarlberg und der Wiener Innenstadt hohe Preissteigerungen.

In Zeiten schwächerer wirtschaftlicher Entwicklung und niedriger Zinsen ist die Immobilie für viele der sicherste Hafen – kein Wunder also dass die Österreicher ihr Verhalten beim Sparen ändern.

Quellen:

Gewinn 10/2016

ORF http://oesterreich.orf.at/stories/2803643/