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Aktien – Rendite, Risiko und Zeit

Rendite, Risiko und Zeit

 

Geldanlage, Anteilsscheine oder Aktien – allesamt lukrative Möglichkeiten, welche für Anleger äußerst interessant sind.

Aktien werfen mehr Gewinne ab als andere Formen der Geldanlage. Starökonom Jeremy J. Siegel sieht Aktien nicht nur als langfristig stabilste Anlageklasse sondern auch ganz klar als empfehlenswerteste Investition für fast alle Anleger, die langfristigen Wertzuwachs anstreben.

Risikoscheue Investoren kaufen jedoch riskante Finanzinstrumente nur dann, wenn sie eine Risikoprämie dafür erhalten. Wenn Aktien nicht mehr Rendite als sichere Anlageformen erwirtschaften, würden sie nicht mehr gekauft. Entsprechend würden die Kurse so lange sinken, bis die Dividendenrendite wieder so attraktiv wird und eine Risikoprämie in Aussicht stellt.

Jeremy J. Siegel hat die Renditen verschiedener Anlageklassen von 1802-2012 analysiert und fand kein 30-Jahre-Intervall, in dem Aktien schlechter als irgendeine andere Anlageklasse abschnitten.

 

 

Die Praktikerregel: „Aktienquote = 100 minus Lebensalter“

 

Seit vielen Jahren verwenden Praktiker die Regel „Aktienquote = 100 minus Lebensalter“. Da Aktien riskant sind, können Menschen im Ruhestand nur wenige davon halten. Junge Menschen dagegen können viele Aktien halten, weil sie länger Zeit haben, einen Aktiencrash wieder aufzuholen. Daher müsse die Aktienquote im Zeitablauf sinken. Aber im Jahr 1969 haben die beiden Nobelpreisträger Paul Samuelson und Robert Merton in einem Modell nachgewiesen, dass junge Menschen auch mehr Zeit hätten, einen Aktiencrash zu erleben. Folglich sollte die Aktienquote über das Leben hinweg konstant gehalten werden.

Gerade junge Menschen haben kaum Finanzkapital und ein hohes Humankapital, das sich aus den zukünftigen Einkommenszahlungen ableitet. Menschen im Ruhestand haben definitionsgemäß nur noch Finanzvermögen und kein Humankapital. Laut dem Modell von Samuelson und Merton mit konstanter Aktienquote, muss die Aktienquote daher in jungen Jahren besonders hoch sein.

Wie genau die Aktienquote im Detail aussehen sollte, hängt neben dem Zeithorizont natürlich auch von den Anlagezielen und der Risikoeinstellung des Anlegers ab.

 

Aktuell ist die Dividendenrendite des S&P 500 Index mit 2,05% wieder höher als die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen mit 1,57%. In den letzten drei Jahrzehnten war die Dividendenrendite zum Teil deutlich unter der Verzinsung von Staatsanleihen. Vor diesem Hintergrund sollten Aktien noch eine taktische Übergewichtung im Portfolio bekommen.

 

Quellen:

Dr. Alexis Eisenhofer, financial.com

FAZ.net

Jeremy J. Siegel – „Überlegen investieren: warum sich die traditionellen Anlagestrategien doch auszahlen“